Pius XII.: Wenn die Religion verschwindet, fördert und organisiert der Atheismus Unruhen, Aufstände und Revolten

„Wie uns scheint, ist es nicht nur das größte Übel, sondern sogar die Wurzel aller Übel, daß oft die Wahrheit durch die Lüge ersetzt und dann als Instrument für die Debatte benutzt wird. Für viele hat die Religion keinerlei Bedeutung mehr, anderswo ist sie im Leben der Familien und der Gesellschaft absolut verpönt als Überbleibsel früheren Aberglaubens; öffentlicher und privater Atheismus wird in einer Weise verherrlicht, daß Gott und Sein Gesetz abgeschafft wird und die Moral keine Grundlage und Begründung mehr hat. Nur allzu oft schmäht die Presse religiöse Gefühle auf geschmacklose Weise, während sie nicht zögert, schamloseste Obszönitäten zu verbreiten und dabei unberechenbaren Schaden anrichtet, indem sie zarte Kindheit und betrogene Jugend zum Laster verführt.

Durch falsche Versprechungen wird ein Volk getäuscht und zu Haß, Feindschaft und Rebellion verführt, insbesondere ihm wenn der Glaube der Väter, der einzige Trost in diesem irdischen Exil, erfolgreich aus dem Herzen gerissen wurde. Ständig werden Unruhen, Aufstände und Revolten organisiert und gefördert, die dann den Zusammenbruch der Wirtschaft vorbereiten und dem Gemeingut irreparablen Schaden zufügen.

Vor allem beklagen wir voller überwältigender Trauer, daß in nicht wenigen Nationen die Rechte Gottes, der Kirche und der menschlichen Natur selbst nicht geachtet und in den Staub getreten werden. Priester, selbst hohe Würdenträger, werden von ihren Sitzen vertrieben, ins Exil getrieben oder ins Gefängnis geworfen, oder sie werden auf verschiedene Art und Weise an der Ausübung ihres Dienstes gehindert…

Da diese unzähligen Übel, wie wir bereits sagten, aus einer einzigen Quelle entspringen, nämlich aus der Zurückweisung Gottes und der Verachtung Seines Gesetzes, ist es notwendig, ehrwürdige Brüder, inständig zu Gott zu beten und alle wieder zu diesen Prinzipien zurückzuführen, aus denen allein eine Erleuchtung der Geister, Frieden und Einigkeit für die Seelen und eine wohlgeordnete Gerechtigkeit zwischen allen gesellschaftlichen Schichten kommen kann.

Wie Ihr wißt, kann es eine wohlgeordnete, wohlgeregelte Gesellschaft nicht geben, wenn die Religion hinweggenommen wird.“

Aus: Pus XII.: Anni sacri (12. März 1950)

Übers.: JV