Aus fremder Feder: Michael Klonovsky zum linksextremen Regierungstanz auf dem Grab in Chemnitz

„Erinnern wir uns: 100.000 aus der ganzen DDR nach Ostberlin angereiste bzw. herangekarrte Jugendliche zogen am 6. Oktober im Fackelzug der FDJ jubelnd an Erich Honecker und seinen Ehrengästen vorbei. Tags darauf erklärt Honecker in seiner Festrede, dass dem Sozialismus die Zukunft gehöre. Neben Zehntausenden republiktreuen Geburtstagsgästen versammeln sich am späten Nachmittag gegen 17 Uhr einige Hundert Regimegegner auf dem Alexanderplatz. Die Systempresse spricht von „Zusammenrottungen“. Die Stimmung ist angespannt. Spezialeinheiten der Volkspolizei und des Ministeriums für Staatssicherheit in Zivil stehen bereit, um Demonstration gewaltsam aufzulösen und die „Störung der Volksfeste“ zu verhindern.

Ein paar Wochen später hatten sich die Mengenverhältnisse umgekehrt, und der Spuk war vorbei.

Geschichte wiederholt sich nicht? Doch doch, sie wiederholt sich ständig, nur in abgewandelter Gestalt, nur in wechselnden Kostümen, nur unter anderen Verhältnissen, nur in anderen Zeiträumen.“

(Quelle: https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna)

Der Name der Stadt Chemnitz ist slawischen Ursprungs (Kamjenica = steiniger Fluß, man findet im Niedersorbischen auch „Steinkohle“ als Übersetzung). Kommt daher der Widerstandswille? In den letzten Tagen haben wir alle den „Nischl“ gesehen, den häßlichen Karl-Marx-Kopf in Chemnitz. Es wäre an der Zeit, ihn zu entsorgen… An einer Mauer hinter dem „Nischl“ steht in vielen Sprachen: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ Genau das scheinen die Proletarier nun zu tun, aber ganz anders, als der linke Prophet sich das so gedacht hat. Tja. Marx ist out. Die Völker und Nationen sind wieder da.

JV