Anmaßung, Größenwahn und Unverfrorenheit: der „ZdK“-Präsident im Interview

Niemand hat ihn je gewählt, er vertritt niemanden und steht einer greisen Gruppierung vor, die im Ruche steht, altkommunistischen Idealen nachzuträumen und sie in die Kirche einschmuggeln zu wollen: Prof. Dr. Thomas Sternberg ist Präsident des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“. In der Neuen Osnabrücker Zeitung vom heutigen 08.09.2018 finden wir ein unsägliches Interview dieses Herrn, der vorgibt, für die deutschen Katholiken zu sprechen.

Welche Anmaßung steckt allein in dem Namen „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ – abgesehen davon, daß das Wort „Zentralkomitee“ bereits gewisse Erinnerungen an andere Zentralkomitees in der Geschichte der Diktaturen in Deutschland weckt. Es soll der Eindruck entstehen, daß hier die deutschen Katholiken vertreten werden. In Wirklichkeit ist es eine Versammlung von Funktionären verschiedener Verbände (deren Bedeutung auch bestritten werden kann), die für eine Tätigkeit als Mitglieder des ZK keinerlei demokratische Legitimation haben und insoweit auch nichts vertreten als sich und ihre Mainstream-linke Ideologie.

Mitglieder sind u.a. die bekannte ehemalige Staatsministerin Maria Böhmer, deren Zitat über die bereichernde und fröhliche Kultur der Immigranten nicht mehr aus dem Internet zu bekommen ist. Ministerpräsidentin „Malu“ Dreyer, Prof. Monika Grütters, Barbara Hendricks, Annegret Kramp-Karrenbauer, Wilfried Kretschmann, Dr. Clemens Ladenburger, Andrea Nahles, Dr. h.c. Wolfgang Thierse, Rita Waschbüsch gehören zur Vollversammlung – wenn irgendwann das Wort „nomen est omen“ gegolten hat, dann hier in der Pluralform „nomina sunt omina“.

Insgesamt also eine äußerst linksgestrickte Vereinigung, was man im übrigen auch an den Themen sieht, die z.B. auf der Internetseite behandelt werden.

Daß Herr Prof. Sternberg sich vor dem Erfolg einer demokratischen Partei gruselt, wundert nicht. Daß er zu unlauteren Mitteln wie z.B. Diffamierung greift – na ja, das wundert auch nur in engen Grenzen, ist das doch gerade in den letzten Tagen ein Mittel der Verzweiflung, dessen sich alle bedienen, denen die Felle den Bach herunterschwimmen.

Einige der gröbsten Aussagen von Herrn Prof. Sternberg wollen wir hier festhalten. Sie erhellen den geistigen Hintergrund bis hin zur Deutlichkeit.

Woher hat der schreibende Reporter die Information, die er gleich zu Beginn unter das Volk streut: „(…) Thomas Sternberg, der als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) rund 23 Millionen Katholiken vertritt.“? Herr Prof. Sternberg vertritt keinesfalls 23 Millionen Katholiken, sondern günstigstenfalls sich selbst und die Mitglieder seiner Funktionärsversammlung, ansonsten ist er zu ganz und gar nichts autorisiert.

„Das betrifft zum Beispiel die angebliche riesige Gruppe von Straftätern unter den Flüchtlingen: Diese Information stimmt einfach nicht. Im Jahr 2017 ist der Anteil von ausländischen Straftätern zurückgegangen. Auch der Islam ist nicht das Problem. Wir sollten aus dem Ende von Weimar gelernt haben: Es ist brandgefährlich, eine Religion für alle Probleme in der Gesellschaft verantwortlich zu machen.“ – Da hat jemand die neuesten Statistiken des Bundeskriminalamts nicht gelesen. Und: es ist perfide, die Rolle von Judentum und Islam in Deutschland auf diese Weise zu vergleichen. Uns ist durchaus unbekannt, daß Juden u.a. messerstechend, vergewaltigend und mordend durch Deutschland zogen und sich massenweise Sozialleistungen erschlichen haben. Andere tun das schon. Wer das weglügen will, lebt in einer Blase und bekommt nichts mit. Ist auch bequemer so, dann fällt es leichter, gut zu sein.

„Die AfD war immer eine Sammlungsbewegung rechter Kräfte, aber in jüngster Zeit hat sie sich eindeutig radikalisiert“, stellt Sternberg ohne irgendeinen Beleg in den Raum. Dann redet er von bewußten Tabubrüchen von Mitgliedern der Partei, die aber sofort relativiert würden. Das gelte auch für Alexander Gauland, der das politische System für überholt erklärt, diesen Satz aber sofort relativiert habe. „Aber in Wirklichkeit bedient er eine rechtsradikale Klientel und führt eine rechtsradikale Partei“, so Sternberg. – Hier fehlt jeder, aber auch jeder noch so kleine Nachweis. Das sind in den Raum gestellte Behauptungen, und auch das Gauland-Zitat hält nicht Stand: wenn nicht gesagt wird, was denn dieses politische System sei, in dessen Fleisch der Pfahl steckt, dann ist das eine Null-Aussage und kein Nachweis. So mancher hält das arg establishmentmäßig verfestigte Parteiensystem der BRD für reformbedürftig und ist deshalb noch lange nicht rechtsradikal. Und was „rechtsradikal“ anbetrifft: ach – die AfD vertritt Thesen, die noch vor relativ kurzer Zeit auch von einer SPD vertreten wurden, welche deshalb in der Bedeutungslosigkeit versinkt, weil sie sie eben nicht mehr vertritt. War die SPD damals „rechtsradikal“?

Sternberg bemüht dann einen Vergleich mit der Spätzeit der Weimarer Republik und folgert: „Nun haben wir wieder eine Partei, die in Umfragen bei 17 Prozent liegt, und die Parallelen zum Nationalsozialismus aufweist. Ich rufe zum übergreifenden Widerstand aller freiheitlich-demokratischen Kräfte auf. Es muss unmissverständlich deutlich werden: So etwas geht in diesem Land nicht, so etwas wählen wir nicht, so etwas wollen wir nicht.“ – Das ist an Perfidität nicht zu überbieten (obwohl wir hier das Gefühl haben, eine bestimmte Sorte Funktionär erheblich zu unterschätzen). Eine gänzlich unbelegte Unterstellung, eine gänzlich unbelegte Gleichstellung einer Partei, die sich fest zum Grundgesetz und zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennt, mit dem Nationalsozialismus: das muß man erst einmal bringen. Der AfD ist zu raten, hier rechtliche Schritte zu prüfen. Unserer Auffassung nach grenzt das an Rufmord. Und dann dieser Größenwahn, sich („so etwas wählen wir nicht, so etwas wollen wir nicht“) für den Nabel der Welt zu halten. Nun ja, wenn man in dem Wahn und Anspruch lebt, 23 Millionen Katholiken zu vertreten, dann kann einem das passieren.

Und zum Schluss des Interviews folgt noch eine Aussage, die jeden Katholiken schockiert zurückläßt: Auf die Frage nach einer Segnung homosexueller Paare sagt Sternberg tatsächlich:„Wir sind als ZdK für die Segnung homosexueller Partnerschaften. Es muss aber eine klare Abgrenzung zu einer Ehe geben.“ – Das kommentieren wir nicht weiter, bis auf die eine kleine Anmerkung, daß das Segnen einer „hassenswerten Sünde“ (Kard. Burke) niemals katholisch sein kann.

Prof. Dr. Sternberg war früher CDU-Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen und steht insofern auch für den moralischen und geistigen Niedergang dieser Partei, der schon der verstorbene Kölner Kardinal Meisner das „C“ im Namen absprach. Zu recht.

Das Interview mit dem „ZdK“-Präsidenten finden Sie hier.

JV