Salvini, Asselborn und die Migranten

Aus der Umgebung des italienischen Innenministers Matteo Salvini, dem bei seinen Auftritten in der Öffentlichkeit große Begeisterung entgegenschlägt, stammt ein Video vom Gipfeltreffen der EU-Innenminister, in dem Salvini auf Äußerungen des luxemburgischen Ministers Jean Asselborn reagiert:

Wie ich höre, sagen meine Kollegen, daß Europa Einwanderer braucht, weil seine Bevölkerung überaltert, ich bin jedoch völlig anderer Ansicht. Ich meine, daß ich deshalb an der Regierung bin und von meinen Mitbürgern bezahlt werde, damit ich unseren jungen Leuten helfe, wieder Kinder zu bekommen, wie sie es noch vor wenigen Jahren taten, und nicht, um die Besten der afrikanischen Jugend aus ihrer Umgebung herauszureißen, damit sie die Europäer ersetzen, die aus wirtschaftlichen Gründen keine Kinder mehr haben. Das sind zwei völlig unterschiedliche Weltbilder. Vielleicht gibt es diese Notwendigkeit in Luxemburg; wir in Italien jedoch spüren die Verantwortung, unseren Kindern zu helfen, mehr Kinder zu bekommen, und nicht neue Sklaven zu bekommen, um die Kinder zu ersetzen, die wir nicht mehr bekommen.

Rot vor Zorn unterbricht ihn Asselborn:

So was! Das ist eine üble Täuschung!

Darauf Salvini:

Ich antworte ganz ruhig auf Ihren Standpunkt, der sich von meinem unterscheidet. Wenn Sie in Luxemburg eine neue Einwanderung brauchen, so ziehe ich es meinerseits vor, Italien für die Italiener zu bewahren, die wieder Kinder bekommen.

Asselborn ist immer noch zornesrot:

Werter Herr, in Luxemburg hatten wir zehntausende Italiener, sie kamen als Migranten, sie haben in Luxemburg gearbeitet, damit Sie in Italien überhaupt Geld für Ihre Kinder hatten, Scheiße aber auch!

Der unerschütterliche Salvini:

Jemand mit guter Erziehung hätte mich ausreden und meinen Redebeitrag beenden lassen.

In einem Interview mit dem SPIEGEL bezichtigte Asselborn Salvini dann am vergangenen Samstag, sich der „Methoden und Tonfall der Faschisten der 30er Jahre“ zu bedienen. Darauf antwortete Salvini am Sonntag auf twitter:

Nachdem der sozialistische Minister des Finanzparadieses Luxemburg unsere ausgewanderten italienischen Großväter mit den Illegalen von heute verglich, nachdem er meine Rede unterbrach, indem er „Scheiße“ schrie, bzeichnet er mich nun als „Faschisten“. Was genau ist denn nun deren Problem, da in Luxemburg? Kein Faschismus, nur die Einhaltung der Regeln. Wenn er die Einwanderer so sehr mag, dann soll er sie in Luxemburg aufnehmen. In Italien haben wir bereits zuviele aufgenommen.

– Kein Kommentar unsererseits außer dem, daß nach Umfragen 62 % der Italiener hinter Salvini und seiner Politik stehen.

Quelle (in französischer Sprache)

JV