Bayernwahl. – Ja und?

Da stehen wir nun mit dem Ergebnis der „Bayernwahl“: (auch) die regierungstreuen Medien tönen von „Watschen“, von „Abstrafen“, von „Zittern in Berlin“, vom „Schwanken der GroKo“ und was der großen Worte mehr sind. Was aber ist wirklich geschehen?

Ganz einfach: ja, die CSU hat ihre absolute Mehrheit verloren. Ja und? Sie ist nach wie vor an der Macht, ihre Strukturen in den Gremien, in den Kreistagen, in den Städten, in den Verbänden und Organisationen verschiedenster Art und auf verschiedensten Ebenen sind vollkommen unangetastet und werden weiterhin funktionieren wie geschmiert, das wäre auch bei einem besseren Ergebnis der AfD so geblieben. Die CSU wird ihre nur scheinbar konservative Politik problemlos weiter fortsetzen können und, unter dieser Flagge segelnd, die Wähler täuschen können.

Die SPD ist tatsächlich im Orkus so gut wie versunken. Ja und? In Bayern hat sie schon immer unglaubliche Nehmerqualitäten bewiesen, war sie doch schon immer der Verlierer par excellence. Und, wie die noch nicht einmal unsympathisch wirkende Vorsitzende der bayerischen Sektion noch am Wahlabend mitteilte: sie werden weitermarschieren, ungeachtet jeder Realität, wie es eben Soziart ist. Sie hat es nur anders formuliert. Ansonsten: wer braucht denn noch die SPD – wir haben doch Merkels CDU!

Die FDP ist mit 5,1% wieder drin. Ja und? Die FDP ist mit Sicherheit noch erheblich unnötiger als die SPD.

Die „Grünen“ sind, und da gibt es keine Diskussion, die großen Gewinner. Und da gibt es kein „Ja und“, weil das gerade für Bayern ein völlig unverständliches, weil komplett irrationales Ergebnis ist. Wer jemals die mit festgetuckertem Grinsen aufgedreht und quietschend banale Dummheiten absondernde Spitzenkandidatin erlebt hat (und sei es „nur“ im Internet), der erkennt sofort die Absurdität dieses Wahlverhaltens. Viele SPD-Wähler sollen zu den „Grünen“ gewechselt haben. Das wäre ihnen zuzutrauen. Nur Leute mit linkem „Intellekt“ fressen Gras, wenn sie keinen Salat mehr mögen.

Die AfD kommt auf etwas über 10%. Und hier wechselt das „ja und?“ seinen Ton. Wer liest, wie sehr auch und gerade Bayern unter bestimmten Gegebenheiten des aktuellen Staatsversagens leidet, der fragt sich, wie groß der Leidensdruck noch werden muß… Wahrscheinlich viel höher, als er aktuell bereits in NRW ist. Daß die „Freien Wähler“ mit ihren 11% nur eine scheinkonservative Luftnummer sind, die nun zur Machterhaltung der CSU und zur Verhinderung besserer AfD-Ergebnisse dient, wird sich ganz schnell herausstellen.

Also: ja und? Es bleibt alles, wie es ist. Abgestraft? Nein. Man braucht lediglich einen harmlosen Kofferträger, und der wurde rechtzeitig aufgebaut.

Und Hessen? Ach – sind wir nun Pessimisten oder Realisten? Wir werden sehen.

Wetten, daß auch „im Bund“ alles beim alten (bzw. bei der …) bleibt? Wir werden auch das sehen.

Im nächsten Urlaub jedenfalls geht es über Sachsen nach Schlesien und dann ins Ermland. Zum frischen, freien Durchatmen.

JV