So beging Polen seinen Nationalfeiertag – und keinen „Tag der offenen Moschee“! (mit Ergänzung 13.11.!)

Die Feierlichkeiten zum hundertsten Jahrestag der Wiedererlangung der nationalen Unabhängigkeit nach jahrhundertelanger Teilung des Landes unter Rußland, Preußen und Österreich begann mit einem Hochamt im Tempel der göttlichen Vorsehung in Warschau. Anwesend waren die zivilen und militärischen Würdenträger. Dann folgten militärische Zeremonien, ein Empfang im Königspalast für die vom Präsidenten geladenen Gäste. Danach fand der große Marsch statt, an dem um die 250 000 Menschen teilnahmen, unter ihnen der Präsident, der Premierminister, der Vorsitzende der Partei PiS, Jaroslaw Kaczynski, und auch, ja, die führenden Persönlichkeiten der Opposition. Am Abend glänzte ein Feuerwerk über der Weichsel, und in der Oper gab es ein Hundertjahres-Konzert mit dem Klavierkonzert von Ignaz Paderewski (er war einer der drei führenden Köpfe der Unabhängigkeitsbewegung), mit dem Beatus Vir von Gorecki und dem Te Deum von Penderecki.

Noch am Donnerstag hatte der EUobserver, laut wikipedia „eine unabhängige, englischsprachige Onlinezeitung mit Sitz in Brüssel, die über das politische Geschehen in der Europäischen Union berichtet“, folgendermaßen getitelt:

„Polish reputation at stake over banned neo-Nazi march“ -„The streets of Warsaw risk becoming a battleground for neo-fascists – and for Poland’s EU reputation – on Sunday after local authorities banned a far-right march.“ – Polens Ruf steht wegen verbotenem Neonazi-Aufmarsch auf dem Spiel – Es besteht die Gefahr, daß die Straßen Warschaus am Sonntag ein Schlachtfeld für Neofaschisten werden – und für Polens Ruf in der EU – nachdem die örtlichen Behörden einen rechtsextremen Marsch verboten haben.

Und es wird immer schlimmer: ein ganzes Volk hat – zusammen mit der „extremen Rechten“ – seine nationale Unabhängigkeit gefeiert! Davon ist Deutschland ganz, ganz weit entfernt.

Hier und hier jeweils ein beeindruckendes Video von der Feier

JV