Jungsozialisten: Abtreibung bis kurz vor der Geburt

Nur ganz langsam kämpfte sich die Meldung durch die Presse: auf dem Bundeskongreß der Jungsozialisten Ende November / Anfang Dezember wurde beschlossen, für eine vollständige „Legalisierung“ der Abtreibung einzutreten – was bedeutet, daß im Prinzip auch Kinder kurz vor der Geburt im Mutterleib getötet werden könnten. Die Forderung nach „Legalisierung“ des Kindestötung im Mutterleib zählt zu den ältesten Forderungen der Sozialisten. Bereits im Jahr 1920 wurden zunächst von der USPD, kurz darauf von der SPD entsprechende Anträge im Reichstag eingebracht: das waren erste Vorstöße, längst formulierte Forderungen parlamentarisch durchzusetzen.

Nun könnte man sagen, daß die Jungsozialisten ebenso wie ihre „Mutter“-Partei (welch‘ ein Ausdruck in diesem Zusammenhang!) erfreulicherweise bereits dabei sind, im Orkus der Geschichte ihren verdienten Platz einzunehmen. Eine solche Haltung ist jedoch enorm kurzsichtig. Die sozialistischen Parteien sterben nämlich als Organisationen, weil sie sich selbst überflüssig gemacht haben. Mit einer BRD-Kanzlerin, die sämtliche Punkte eines sozialistischen Regierungsprogramms erfolgreich abgearbeitet hat, braucht man eben keine sozialistische Partei mehr, insbesondere dann nicht, wenn die Partei der BRD-Kanzlerin inzwischen weiter nach links gerutscht ist, als es z.B. die SPD der 80er-Jahre je war.

Und man darf nicht vergessen, daß diese Parteien längst Krakenarme in verschiedene gesellschaftliche Organisationen ausgebildet haben. Man denke nur an die Tatsache, daß die deutschen Medien weitestgehend von der SPD kontrolliert werden, und wo die SED-Milliarden geblieben sind, wissen zwar wir nicht, andere aber schon. Ganz zu schweigen von linksextremen Organisationen wie Stiftungen etc., die gewaltigen öffentlichen Druck ausüben. Was also änderte sich, wenn die sozialistischen Altparteien unter die 5-%-Hürde fallen?

Schleichend und recht unbemerkt hat auf diese Weise tiefsozialistisches Gedankengut längst die Herrschaft in der Berliner BRD übernommen. Das gilt im Bereich der Bildung ebenso wie im Bereich der Kunst, der gelenkten Wirtschaft, und nicht nur dort, sondern faktisch überall. Die ebenso sozialistische wie falsche Ideologie von der Gleichheit aller Menschen z.B. ist so ganz allgemeines Gedankengut geworden.

Und darin liegt die Gefahr. Es braucht keine Linke, es braucht keine SPD, keine Jungsozialisten mehr, um die Kultur des Todes durchzusetzen, vor der Johannes Paul II. und Benedikt XVI. so intensiv gewarnt haben. Diese Kultur des Todes ist zusammen mit anderen sozialistischen „Werten“ im „westlichen Wertekanon“ längst unter dem Stichwort „Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung der Frau“ fest verankert.

Ein ganz besonders abstoßender, ja: widerlicher Aspekt dieser schmutzigen Angelegenheit wird deutlich, wenn man sich anschaut, was dieselben Genossen in puncto Tierschutz so draufhaben: sie sind gegen Fleischkonsum, gegen Massentierhaltung, und ein Beschluß der Jusos von 2016 verkündet: „Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit.“ Man kann das, wenn man den Genossen noch ein paar Klicks verschaffen will, hier nachlesen. Tierschutz ist in Ordnung – der Schutz menschlichen Lebens bis einige Minuten vor der Geburt nicht. So sind sie, die Sozialisten.

Wen es vor gar nichts gruselt, wer das Grauen hautnah spüren will, kann sich dieses Video vom Treffen der sozialistischen Jung-Hoffnungsträger  ab Minute 2.20 antun. Man sieht dort den „Redebeitrag“ einer idealtypischen Feministin, der nur zu deutlich macht, wo die Reise hingeht. Ihr Beitrag wurde bejubelt; der kritische Beitrag der Vorrednerinnen nicht.

Wohlgemerkt: die sozialistischen Altparteien verschwinden möglicherweise recht bald. Der Alptraum: das, was sie in den Köpfen und in den Herzen der Menschen angerichtet haben, wird fortdauern.

Was bleibt zu tun? Als Christen können wir nur für unsere Kultur des Lebens einstehen, die von Gott so gewollt ist. Wir können und sollen zeigen und vorleben, wie unglaublich glücklich und erfüllend ein christliches Familienleben ist, auch und besonders dann, wenn man als Großeltern das Glück hat, die Kinder seiner Kinder aufwachsen zu sehen und deren bedingungslose Liebe erleben zu dürfen. Nicht umsonst ist es ein alttestamentarischer Segenswunsch, daß man die Kinder seiner Kinder sehen dürfe (Ps. 128)!

Und wir können und sollen uns für alle Organisationen nach Kräften einsetzen, die dem Lebensschutz, der Kultur des Lebens dienen. Wir können und sollen alle die unterstützen, die sich der augenblicklich herrschenden Ideologie und der Kultur des Todes mutig widersetzen und sich zur Schönheit und Würde des Lebens bekennen. Nur diese verdienen unser Vertrauen – nicht etwa Parteien, die ein nicht deutbares „c“ im Namen tragen und den Kampf für das Leben längst aufgegeben haben, weil er ja „momentan parlamentarisch nicht durchsetzbar“ sei, wie wir vor Jahren bereits von einer durchaus sympathischen Vertreterin dieser Partei hören konnten.

JV