Stargard: Gedenken an Opfer des islamischen Attentats Berlin 2016

Es gibt Länder mit einer Erinnerungskultur, und das sind Länder mit Zukunft. Und es gibt Länder, die aufpassen müssen, daß sie nicht ihr Gedächtnis verlieren und im Vergessen versinken. Wer sein Gedächtnis verliert, der verliert seine Persönlichkeit. – Der polnische Lastwagenfahrer Łukasz Urban wurde am vergangenen Mittwoch vor zwei Jahren Opfer des islamischen Attentäter Anis Amri. Am zweiten Jahrestag erinnerte man sich in der Stadt Stargard (Pommern) an seine Ermordung.

Mehr als 250 Pkw und Lkw nahmen an so etwas wie dem Gegenteil einer Schweigeminute teil.

Am 19. November 2016 hatte Anis Amri den polnischen Lkw-Fahrer getötet und dessen Lkw in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidtplatz gefahren; bei diesem Angriff wurden 12 Menschen getötet und mehr als 70 Menschen verletzt. Der tunesische Terrorist Anis Amri konnte zunächst entkommen, wurde dann aber einige Tage später in Mailand gestellt und erschossen.

Die BRD-Behörden hatten es lange nicht für nötig gehalten, den Opfern ihre Anteilnahme auszusprechen; uns ist nicht bekannt, ob die Familie von Łukasz Urban von BRD-Seite ein Beileid ausgesprochen bekommen hat – von mehr als Beileid ganz zu schweigen.

Um des Opfers zu gedenken, haben sich am Mittwoch um 20.14 Uhr Lkw- und Pkwfahrer auf einem Parkplatz in Stargard zusammengefunden. Mit Hupen, Licht und Warnblinkanlagen (das Wort „Hupkonzert“ will uns in diesem Zusammenhang nicht in die Tasten) machten sie deutlich, daß ihr Landsmann nicht vergessen ist.

Der Unterschied zu einem Land, in dem der Opfer offiziell nicht gedacht wird und in dem Menschen, die ihrer gedenken, von offizieller Seite in die Nähe längst vergangener Ideologien und nichtssagender politischer Richtungseinteilungen gerückt werden: dieser Unterschied ist so offensichtlich, wie er schmerzhaft ist.

Hier ein Video der Aktion.

JV