Klartext: „Schulstreik“

Daß Pubertierende leicht für alles Mögliche und Unmögliche zu begeistern und zu mißbrauchen sind, das ist keine neue Erfahrung. Seit Jahrzehnten werden Generationen von unmündigen Schülern vor den Karren linker Ideologen gespannt: sei es für Demonstrationen gegen den Hamburger Erlaß (wer erinnert sich noch? Das war unsere Studentenzeit!!), sei es für Im-Kreis-aufstellen und Händchenhalten für den Weltfrieden (das war so Anfang bis Mitte der 80er Jahre, als die dafür mißbrauchten Kinder in den großen Pausen die Welt retteten, glücklicherweise sichtlich erfolgreich).

Und nun setzen sich „weltweit“, wie berichtet wird, Schulkinder für die Klimarettung ein. „Schulstreik“ nennt man das. Klasse: Klimarettung durch Wissensverweigerung und Lernboykott. Und da die hoffnungsvolle Jugend sich wohl nicht zu Fuß zu den zentralen Veranstaltungsorten bewegen wird – geht diese Generation doch eher selten gern zu Fuß und bewegt sich lieber mit Abgaswolken hinterlassenden, lärmigen Zweitaktern fort – dürfte sich bei 1700 gemeldeten Veranstaltungen das Klima nicht so sehr über diese Aktivität freuen.

„Schulstreik“? Das ist unsinnig. Streik bedeutet die Arbeitsniederlegung durch bezahlte Arbeitskräfte. Schüler sind weder Lohnempfänger noch selbständig. Sie können bestenfalls die Schule schwänzen. Sonst nichts. Streiken jedenfalls sicher nicht.

In einer normal funktionierenden Gesellschaft würde man die schulschwänzenden Kinder entweder verwarnen oder bestrafen. Heutzutage verneigt man sich vor ihnen oder gerät angesichts von Kindern, die Autoritäten lächerlich machen, so in Exstase, daß man sie sogar für den (allerdings sowieso völlig desavouierten) Friedensnobelpreis vorschlägt. Man hört von Lehrern, welche das Schulschwänzen der Kinder aktiv fördern. Nun ja. Wenn dadurch das studienrätliche Wochenende verlängert wird: sei’s drum.

In der BRD herrscht Schulpflicht, die in Fällen, in denen Eltern ihre Kinder selbst unterrichten wollen, rigoros und brutal mit allen staatlichen Machtmitteln durchgesetzt wird. Das Schulschwänzen der mißbrauchten Klimakinder ist ein weiterer, gewollter Rechtsbruch. Einer von so vielen, daß er schon gar nicht mehr als solcher auffällt.

Krank, das Ganze.

Des Unsinns zweiter Teil: die Kinder streiken „für das Klima“. Und das bedeutet absolut nichts und wird keinerlei Konsequenzen haben. Jedenfalls keine, die sich günstig auswirken. Auf das Klima. Möglicherweise wird es aber ungünstige Auswirkungen haben, nämlich auf die intellektuelle, psychologische und staatsbürgerliche Entwicklung der teilnehmenden, schulschwänzenden Kinder.

Und die Krönung des Unsinns ist sicherlich der Vorschlag der vorgeblichen Initiatorin (wer’s denn glaubt) des „Schulstreiks für das Klima“ für den Friedensnobelpreis durch norwegische Abgeordnete.

„Toll, daß die jungen Leute sich so einsetzen“, sagt der Zimmermannsmeister aus dem Nachbardorf, Mitglied im Pfarrgemeinderat. Nun ja. Er wird diese Kinder nicht als Lehrlinge bekommen. Die „studieren“ nämlich alle, später. Ob er überhaupt jemals Lehrlinge bekommen wird, ist auch deshalb fraglich. Ist aber nicht so schlimm, dann macht er eben seinen Betrieb in absehbarer Zeit bei einem Spitzenklima zu.

JV