Reingefallen! (Wir übrigens auch).

Da schlagen ganz kurz vor der Wahl des EU-„Parlaments“ allüberall die Wellen aus Österreich ganz hoch und schwappen nicht nur über Deutschland. Nachrichten, Nachforschungen, Vermutungen, Meinungen, Enttarnungen auch auf Blogs, die sehr ernstzunehmen sind. Und das ist nicht grundsätzlich falsch, sondern hat seine große Berechtigung. Auch wir haben ja über den „Fall Strache“ geschrieben.

Und urplötzlich schießt es in einem hoch, daß man da ebenso perfekt wie perfide von der eigentlich wichtigen Sache abgelenkt worden ist. Es hat mit der EU, ihrem rechtlosen „Parlament“ nichts zu tun, was da in Österreich geschehen ist und geschieht. Ja: es ist höchst interessant, mit welchen dreckigen Intrigen da geschossen wird. Es ist bezeichnend und erhellend, welchen Charakter Sozialisten zeigen, wenn sie ihren Gegner vernichtet haben und noch kräftig nachtreten. Es ist traurig, zu sehen, was aus der edlen Idee der Demokratie von den Interessengruppen gemacht worden ist – und daß die FPÖ natürlich auch nur eine Partei wie die anderen auch ist.

Es ist nur nicht das Thema der Wahl zum EU-„Parlament“. Da gibt es ganz andere Dinge, die jetzt im Hintergrund verschwunden sind, weil man das Licht ausgeknipst hat und einen grellen Scheinwerfer auf den entgleisten Heinz-Christian Strache und seinen Parteifreund gerichtet hat.

Nämlich: reden wir doch einmal über den wirtschaftlichen Niedergang in Europa.

Reden wir doch über die Zerstörung der Auto-Industrie, die desaströse Energiepolitik, die wachsende innere Unsicherheit, die unkontrollierte Einwanderung und deren Kosten und Folgen.

Reden wir über das zunehmende Demokratie-Defizit (wer macht denn z.B. die Gesetze in Brüssel, die dann von den nationalen Parlamenten nur noch durchgewunken und abgenickt werden?).

Über den Verfall, Zerfall unserer Infrastruktur. Darüber, daß man an der polnisch-russischen Grenze bessere Bedingungen für das Internet vorfindet als im Umkreis so mancher deutschen Stadt.

Reden wir über das katastrophale Bildungsdefizit, reden wir über dessen Gründe.

Die Verluste der deutschen Sparer sollen sich seit Beginn der Null-Zins-Politik auf etwa 500 Milliarden Euro belaufen. In Ziffern ist das schon beeindruckend: 500 000 000 000 000 €.

Das sind immense Vermögensverluste. Schlimmer noch: das sind auch Verluste von Vorsorge und Alterssicherung, das sind Verluste von Familienvermögen (die eine Unabhängigkeit von staatlicher Alimentierung sichern sollen). Das sind enorme Verluste an Kaufkraft, welche die Wirtschaft abwürgen.

Durch diese Null-Zins-Politik werden in den südlichen EU-Ländern Firmen und Banken künstlich am Leben gehalten, die unter normalen marktwirtschaftlichen Bedingungen längst (weg)rationalisiert und effekltiveren Unternehmen Platz gemacht und somit Kapital bereitgestellt hätten. Nun aber hängen diese Unternehmen an der Herz-Lungen-Maschine der Null-Zins-Politik, zahlen viel zu hohe Löhne, und das mit – eben! – mit dem Geld der deutschen Sparer. Nicht umsonst haben die Deutschen die niedrigsten Privatvermögen in der EU. Nur Portugal ist ärmer, und das heißt schon was.

Zugleich reden unsere notorischen Sozialisten von immer neuen Steuern, von Vermögensvernichtung durch Dieselverbote, von noch größerer Energieunsicherheit durch Abschaltung der Kohlekraftwerke. Und von Enteignung von Wohnungsgesellschaften, in die, wohlgemerkt, Lebensversicherungen und andere Sparformen investiert haben. Auch hier wieder: enteignet werden keine Konzerne, sondern Anleger, und das sind oft Massen von Kleinanlegern, die auch noch den Rest ihrer Vermögen verlieren werden. Wohin dieses Geld fließt, weiß jeder – sagen will man es nicht. Demokratiedefizit.

Nun denn: reden wir doch mal über all das, und vor allem: reden wir darüber, wer denn für all das verantwortlich ist. Und dann: wählen! Auch wenn es nur dieses rechtlose „Parlament“ ist. Die Stimmung der Wähler wird auch so deutlich wahrgenommen von eben denen, die dafür verantwortlich sind, wie es in unseren Heimatländern aussieht.

Das war jetzt nur eine erste Überlegung zu diesem Thema; es sollte auch gar nicht mehr sein. Wichtig ist, daß man sich klarmacht, welch‘ ein genialer Propagandacoup hier perfekt gelungen ist. Im Vergleich zu dem, was in Wirklichkeit in dieser EU los ist, sind die (widerlichen, ja klar) Vorgänge in Österreich ein Fliegenschiß. Und momentan denkt niemand mehr daran. Das ist einfach raus aus der öffentlichen Diskussion; es bleibt allerdings zu hoffen, daß der Wähler sich dessen in der nichtöffentlichen Diskussion bewußt bleibt.

JV