Die Bilder gingen im Internet um die Welt: Bischöfe, es ist Zeit, sich zu wehren!

Bild: Civitas-Archiv

Die Bilder des fünfzehnjährigen Jakub Baryła, der sich – bewaffnet mit Kreuz und Rosenkranz – ganz allein mitten auf der Straße dem „Gay Pride“-Aufmarsch in Płock entgegenstellte und ihn blockierte. Für viele Polen ist das ein Bild, das ihr Vaterland symbolisiert (hier ein Video). Was man sieht: wenn diese verwirrten Menschen in Polen paradieren wollen, brauchen sie massiven Polizeischutz, inklusive Panzerwagen. Sie haben eine enorme internationale Unterstützung, in Polen jedoch will man sie nicht. Auf einem der Bilder sieht man, wie offensichtlich stolz die Polizisten sind, mit dem Helden des Tages auf einem Foto zu sein.

Wir hatten über die Predigt des Erzbischofs von Krakau, S.E. Marek Jędraszewski, berichtet, in der er über die „Regenbogenpest“ sprach, welche uns nun nach der braunen und der bolschewistischen Pest heimsucht. Die weltweite LGBT-Lobby hatte daraufhin versucht, eine große Propagandaaktion gegen den Erzbischof zu starten, was aber nicht gelang: nur etwa einhundert militante Aktivisten hatten sich vor dem Sitz des Erzbischofs zusammengefunden, um dort ihre Parolen zu skandieren. Am Samstag hingegen (am Tag des „Gay-Pride“-Aufmarsches in Płock) demonstrierten 3000 Polen vor eben diesem Sitz des Erzbischofs, um ihm ihre Unterstützung zu zeigen.

In einer dabei verlesenen Erklärung hieß es:

Von dieser Stelle aus appellieren wir an alle polnischen Priester: habt keine Angst, die Wahrheit nach dem Evangelium zu verkünden, sprecht deutlich über die Gefahren für unsere Kinder, unsere Familien, unsere Kirche, für Polen und seine christlichen Werte! Vor unseren Augen erhebt sich die vielköpfige Hydra des Antiklerikalismus und greift die Katholiken an, und ganz besonders die Priester, nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten. Wir erleben Angriffe auf Priester, wir erleben Gotteslästerungen und grauenhafte Schändungen während der „Märsche für die Gleichheit“. Wir sehen, dass man die Meiningen und Kommentare der Katholiken ignoriert und aus dem Internet und den öffentlichen Orten entfernt. Wir können aber nicht gleichgültig bleiben angesichts des wachsenden Hasses gegen uns Katholiken und gegen unsere Kirchen. Im vergangenen Jahr wurden dreißig polnische katholische Kirchen, Kapellen und Friedhöfe geschändet! In diesem Jahr haben auch die Angriffe gegen die Priester begonnen! Wir dürfen nicht zulassen, daß so etwas geschieht!

Youtube hat das Video mit der Predigt von Erzbischof Jędraszewski zunächst gelöscht, dann aber wieder eingestellt.

Ein polnischer Dominikaner hatte dazu aufgefordert, in Briefen die Absetzung des Erzbischofs zu fordern (wir ersparen uns bissige Kommentare, die uns durchaus einfallen…). Er wurde daraufhin für drei besinnliche Wochen in einem Kloster aufgenommen.

Auf die Frage eines Journalisten antwortete der Bischof von Włocławek (Leslau), S.E. Wiesław Mering: „Letzten Endes hat der Erzbischof nichts anderes gesagt als das, was jeder normale, gesunde Mensch denken sollte, sei er nun Laie, Priester oder Bischof.“ Und er drückte seine „Bewunderung“ für den „Mut“ aus, den der Erzbischof bewiesen habe.

S.E. Stanisław Gądecki, Erzbischof von Posen und Präsident der Bischofskonferenz, erklärte, die Angriffe auf S.E. Jędraszewski seien ein Zeichen für den „ideologischen Totalitarismus“ der LGBT.

In einem Brief schreibt Zenon Kardinal Grocholewski, emeritierter Präfekt der Kongregation für die katholische Erziehung, dem Erzbischof von Krakau:

Ich meinerseits sehe nichts Unangemessenes im Inhalt dieser Predigt, sondern ganz im Gegenteil eine realistische Sicht auf die Wirklichkeit und einen Sinn für die Verantwortung; beides ließ Sie das Wahre, das Gute, die Gerechtigkeit und das Gesetz Gottes verteidigen gegen jene Ideologie, die uns im Moment aufgezwungen wird. Im Namen dieser Ideologie erlaubt man sich äußerst vulgäre Beleidigungen und Schmähungen der Dinge, die uns heilig sind: die Eucharistie, die allerseligste Jungfrau Maria und das Priestertum. (…). Lieber Erzbischof Marek, haben Sie meinen innigsten Dank für ihren klarsichtigen und ergebenen Hirtendienst.

Der Erzbischof von Prag, Dominik Kardinal Duka, erklärt auf seiner Internetseite, der Erzbischof von Krakau habe sich der „LGBT-Ideologie“ entgegengestellt, welche einem „atheistischen und satanischen Programm“ verpflichtet sei. Er appelliert an seine slowakischen und ungarischen Mitbrüder, ihn zu unterstützen.

Uns wundert nicht, daß in den BRD-Medien lautes Schweigen über all das herrscht. Über solche Themen findet man ja sowieso bestenfalls die Worte „umstritten“ und „Polen ist gespalten“. Beides sagt überhaupt nichts aus. Überhaupt nichts. – Es wäre ja auch gefährlich, über Polens Bischöfe zu berichten: könnte doch der eine oder andere deutsche Katholik auf den Gedanken kommen, „seine“ Bischöfe mit ihren mutigen polnischen Kollegen zu vergleichen. Ein Vergleich, der nur zu eindeutig ausfällt.

JV