Sozialismus und Familie – die Großdemo in Paris geht uns alle an

Bild: demofüralle.de

Ja: das war ein großer Erfolg. Abertausende demonstrierten am 6. Oktober in Paris gegen die Pläne der sozialistischen Regierung, durch verschiedene Gesetze die Familie zu zerstören – hierzu das Rundschreiben von Frau Hedwig von Beverfoerde, das wir hier veröffentlicht haben.

Frankreich kennt riesige Demonstrationen zu diesem Thema. Vor wenigen Jahren gingen bis zu anderthalb Millionen Franzosen in Paris auf die Straße und machten deutlich, was sie von der Familienpolitik der (nun ja: von ihnen gewählten!) Regierung hielten. Damals ging es gegen die Einführung der Homo- „Ehe“. Gegendemonstrationen blieben in sehr, sehr überschaubarem Rahmen.

Damals wurden die Teilnehmerzahlen von Seiten der Regierung und ihrer Organe auf lächerlich freche Weise heruntergeschraubt, wir berichteten darüber.

Nun gibt es mehrere Beobachtungen, wenn man die damaligen Proteste mit denen vom 6. Oktober vergleicht. Wiederum wird die Teilnehmerzahl ganz unverfroren heruntergelogen: die pariser Polizeipräfektur sprach offiziell von 42 000 Teilnehmen, was anhand der veröffentlichten Fotos leicht als grobe Lüge entlarvt werden kann. Die Angabe der Veranstalter, es seien 600.000 Teilnehmer gewesen, ist viel wahrscheinlicher. Zum Thema „Glaubwürdigkeit der Regierung, ihrer Organe und der Presse“ ist damit wiederum alles gesagt.

„Die Politik“ geht in Frankreich, und nicht nur dort, andererseits recht geschickt vor. Man läßt Demonstrationen mehr oder weniger zu, das läßt Luft aus dem Kessel. Man behindert massiv, wenn es zu gefährlich zu werden droht. Dann wird im Parlament, in der „Volksvertretung“, ein Teil der Maßnahmen zurückgenommen, welche den Unmut hervorgerufen haben. Der Rest bleibt bestehen, wird durchgeführt, und beim nächsten Versuch wird dann erneut versucht, das Zurückgenommene wiederum durchzusetzen. Sozialisten sind da von beeindruckender Hartnäckigkeit. Es ist wie bei den Benzinpreisen: sie werden kräftig erhöht, dann wird die Erhöhung zum Teil zurückgenommen, dann wieder erhöht… und am Ende wundert man sich, wie teuer es doch ist, trotz der Preissenkungen. Dieser Beispiele gibt es viele, in Frankreich wie in Deutschland; denken wir nur an die Durchsetzung der Gesamtschule in NRW nach einer vernichtenden Ablehnung derselben in einem Volksbegehren in den 70er Jahren. Wenn es so nicht klappt, dann eben heimlich „hintenrum“! Und das, genau das geschieht in unseren beiden Ländern momentan mit der Abschaffung der Ehe, mit ihrer Entwertung als eine Lebensform unter vielen.

Über die Berichterstattung anläßlich der Demonstration brauchen wir nicht viel zu schreiben; die auch in Frankreich gleichgeschalteten Medien reagieren auf leicht vorstellbare Weise, die uns in der BRD nicht unvertraut ist. Ein Beispiel: eine ganz hervorragende Rede von Blanche Streb, der Ausbildungs- und Forschungsleiterin des Verbandes „Vita“, wurde in der Fernsehsendung „Quotidien“ so dargestellt, als habe diese „irgendetwas dahergeredet“. Man kann Blanche Strebs Rede nachlesen und als Video sehen – es fallen dort exzellente Sätze wie: „Die Wissenschaft hat uns zu Göttern gemacht, noch bevor wir überhaupt zu richtigen Menschen geworden sind“. Keiner ihrer Sätze ist falsch. – Sind Journalisten uninformiert? Mietfedern? Gesinnungstäter?

Es geht aber auch noch ärger. Auf twitter wandte sich ein gewisser Alex Dimeck-Ghione an die Manif pour tous und bezeichnete sie in einem „tweet“ als „eine Ansammlung von Scheißhaufen, mit der man nicht einmal Pilze züchten kann. Ihr seid das gleiche Gesindel wie die Salafisten, und man muß vor euch genauso Angst haben wie vor denen“. Nun gut: diese Art von Beschimpfungen sind auch in der BRD gängige Münze. Beachtlicher ist da schon ein „like“ zwei Tage nach der Demonstration. Es stammt von der Staatssekretärin für die Gleichstellung von Frauen und Männern, einer gewissen Marlene Schiappa – immerhin also einem Mitglied der Regierung, das übrigens nicht zum ersten Male in dieser Weise auffällt. Bereits im vergangenen Februar war sie in einem Interview intellektuell ausgerutscht und hatte ideologische Übereinstimmungen zwischen der Manif pour tous und islamistischen Terroristen festgestellt. Uns ist das insofern auch vertraut, als eine gewisse berliner Staatssekretärin mit nicht-berliner Wurzeln immer wieder ähnlich auffällt.

Was uns daran interessiert, ist der blanke Haß, von dem ja auch die deutschen Organisatoren und Teilnehmer entsprechender Veranstaltungen erzählen können.

Woher kommt dieser Haß?

Ein erster Grund ist wohl, daß „die Politik“ merkt, daß Macronien nicht mit Frankreich identisch ist, und zwar ganz und gar nicht. Und ein weiterer Grund:

In seinem empfehlenswerten Buch „Der Todestrieb in der Geschichte“ hat Igor Schafarewitsch die grundsätzliche Feindschaft des Sozialismus zur Familie erörtert. Tatsächlich haben ja nicht erst die marxistisch-kommunistischen Theoretiker sie als Bastion des Kapitalismus ausmachen wollen. Um den Kommunismus zu errichten, muß die Frau in den Arbeitsprozeß eingegliedert werden, muß die Familie zerstört werden, müssen die Kinder durch den Staat erzogen werden, sagt sinngemäß das Kommunistische Manifest; die Familie als gesellschaftliche Institution müsse und werde verschwinden. Schon die französischen Revolutionäre im 18. Jahrhundert hatten dieselben Vorstellungen, und auch sie waren ja nicht die ersten in der Geschichte, die derartige Vorstellungen hatten.

Ziel solcher Bestrebungen ist, wie in allen totalitären Systemen, die Schaffung eines neuen Menschen, der frei von Bindungen jeglicher Art ist, der keinerlei wie auch immer geartete Wurzeln hat. Ein solcher Mensch ist formbar, lenkbar und letztlich abhängig von dem, was ihm gewährt wird.

Und nun gehen in Frankreich wieder hunderttausende auf die Straße und wehren sich friedlich, aber beeindruckend gegen die Zerstörung der Gesellschaft, denn um nichts anderes geht es hier. Die Gesellschaft soll zerstört werden, damit etwas Neues entstehen kann. Nur: was dieses Neue denn sein soll, wie es sein soll, wie es aussehen soll, darüber hat noch kein Sozialist etwas Belastbares sagen können. Irgendwie soll dann aus den Ruinen wieder auferstanden werden, aber wie, das wird nirgendwo konkret und nachvollziehbar gesagt. Wenn man aber, wie der Sozialismus und seine Adepten, keine Argumente hat, dann hilft eben nur die Vorgehensweise, die wir inzwischen nur allzu deutlich erleben. Vom blanken Haß zur immer alltäglicher werdenden Gewalt und Zerstörung. Todestrieb, eben.

Wir dürfen niemals aufgeben. Es muß ganz klar gesagt werden, welcher Zerstörungswille hinter den aktuellen Entwicklungen in Europa steht. Und ebenso klar muß gesagt werden, daß die Familie der sichere Ort der Geborgenheit in der Kindheit, der Austragungsort des Selbständigwerdens in der Pubertät, der Ort der Gemeinsamkeit und der Weitergabe (wieder etwas, das die anderen nicht wollen) und der liebevollen Sorge im Alter ist. In allen Kulturen der Menschheitsgeschichte war das immer so, und nur in völlig dekadenten, untergehenden, sterbenden Kulturen ging das verloren. Wenn also die Familie jenes natürliche Lebensumfeld nicht mehr ist, dann muß sie wieder dazu gemacht werden. Sie muß gefördert und nicht behindert werden, und allen Bestrebungen, die Familie verschwinden zu lassen, muß energisch entgegengetreten werden. Es geht um eine gottgewollte, menschenwürdige Lebensweise, es geht um den Fortbestand der Zivilisation, und es geht letztendlich – ja! – um Glück.

Dafür gehen sie in Frankreich zu Hunderttausenden auf die Straße, dafür werden sie angefeindet und vom Staat verfolgt. Wir sollten intensiver nach Westen schauen und hier, in unserem Land, jene tatkräftig unterstützen, die sich für uns und unsere Kinder, für unsere Zivilisation einsetzen.

Wir dürfen niemals aufgeben.

JV