Sexismus und Rassismus: Wenn (nicht nur) die Musik verrückt spielt

In einer Kolumne der linksradikalen New York Times heißt es: „Wenn wir mehr Diversität in den Orchestern haben wollen, muß das Blind-Vorspielen aufhören“.

Seit längerem gibt es in verschiedenen Ländern „neutrale“ Bewerbungen um Arbeitsstellen, aus denen Geschlecht, Alter, (offiziell ja gar nicht vorhandene) Rasse des Bewerbers nicht ersichtlich sind. Allein die Qualifikation soll zählen. Ähnliches hatte man in den USA für Bewerbungen in Orchestern eingeführt. Die vorspielenden Kandidaten waren nicht nur unbekannt, sie spielten auch hinter einem Paravent, und sie mußten sogar barfuß antreten, damit man an den Schuhen das Geschlecht nicht erkennen konnte.

Dem wird nun ein Ende gesetzt. Es stellte sich heraus, daß bei eben dieser Art der Vorstellung praktisch nur Weiße erfolgreich waren (warum auch immer), obgleich man nicht wußte, ob hinter dem Paravent ein Weißer oder ein Schwarzer spielte. Nun sind infolgedessen also die Orchester geradezu monströs weiß. Wenn man dieser rassistischen Vorherrschaft ein Ende setzen will, so muß man wohl oder übel schwarze Musiker einstellen, ergo das Blind-Vorspielen abschaffen… Vielleicht sollte man gleich diese ganze rassistisch-weiße klassische Musik abschaffen. Problem gelöst.

Vom dem Vernehmen nach piekfeinen Manhattan College in New York, gegründet von Brüdern der Fratres Scholarum Christianarum (des hl. Johann Baptist de La Salle), hört man, es sei nun auch an der Spitze der „Inklusiv“-Ideologie, der allgemeinen Reue und Buße sowie des rassischen Antirassismus angekommen. Eine Petition schaffte immerhin 1900 Unterschriften von Studenten, welche die Entlassung einer Professorin forderten. Ihr Vergehen: sie soll während eines Vortrages über Antirassismus eingeschlummert sein. „Ich war in keinem einzigen Augenblick eingeschlafen oder desinteressiert. Meine Ohren waren weit offen… Und mein Herz war es gleichermaßen“, versuchte Patricia Simon sich zu verteidigen. Es ist jedoch bekannt, daß sie sich bereits anderer Vergehen schuldig gemacht hat, insbesondere der Unterstützung von Angestellten, welche des „fat shamings“, der „Grossophobie“, also der „Dickenangst“ verdächtigt wurden. So ist das.

An amerikanischen Universitäten scheint es auch üblich geworden zu sein, auf Namensschildern z.B. bei Podiumsdiskussionen hinter den Namen das „Gender“ anzugeben, dem die Person sich momentan zugehörig fühlt. Also – ich würde mich beleidigt fühlen, wenn ich hinter einem Namensschild sitzen sollte, das hinter meinem Namen die Pronomen „er, sein, ihm…“ trüge, mit denen ich angeredet zu werden wünsche. Als ob es da irgendwelche Zweifel oder Mehrdeutigkeiten gäbe…

Nun ja, wie gesagt: wenn (nicht nur) die Musik verrückt spielt…

JV